Weisheitszähne

Der Weisheitszahn ist der dritte und hinterste Backenzahn im menschlichen Gebiss. Er entwickelt sich zuletzt und oft bis ins Erwachsenenalter hinein. Der dann mangelnde Raum verhindert, dass Weisheitszähne durchbrechen: Sie bleiben retiniert und können den Zahnhalteapparat schädigen.

Häufig kippt der Zahn längs, gen Backe oder gen Zunge (Bukko- oder Linguoversion).
Andere stoßen an den benachbarten Backenzahn und kippen vertikal. Dabei kann sich die Wurzel des betroffenen Zahns nach oben drehen, sogar um mehr als 180 Grad, bis in den aufsteigenden Ast des Unterkiefers hinein.

Bei der Extraktion des Weisheitszahns kann es im Unterkiefer über die üblichen Risiken hinaus zu Schäden an zwei Gefühlsnerven bezüglich Lippe und Zunge kommen (Nervus alveolaris inferior, Nervus lingualis). Das kann z.B. ein Taubheitsgefühl verursachen.

Bei einem Weisheitszahn im Oberkiefer muss der Zahnarzt ermitteln, wie die Position im Verhältnis zum aufsteigenden Ast des Kiefers sowie zur Kiefer- und zur Nasenhöhle ist. Er muss anhand der Röntgenaufnahmen exakt erkennen können, wie tief der Zahn im Kiefer verlagert und mit welchem Neigungswinkel er gekippt ist oder wie die Wurzelform aussieht. Ist sie stark gekrümmt, kann das die Extraktion erschweren.

Bei einer Verlagerung in die Kieferhöhle muss ein Facharzt den Weisheitszahn operativ entfernen.

Was passiert, wenn ich einen Weisheitszahn nicht ziehen lassen möchte?

Ein Weisheitszahn kann Infektionen und Zysten verursachen. Er kann die benachbarten Backenzähne schädigen, an deren Krone, Wurzel und Zahnbett. Er kann für einen geschwächten Unterkiefer mit Neigung zum Bruch verantwortlich sein. Der Befund des Zahnarztes gibt Aufschluss über die individuelle Situation.

Welchen Umfang hat die Extraktion eines Weisheitszahns?

In der Regel ist eine ambulante Operation ausreichend. Meist kann der Zahnarzt eine Kieferhälfte pro Sitzung von Weisheitszähnen befreien.